Die Nachfrage nach hausärztlichen Dienstleistungen ist gross und wird in Zukunft noch weiter steigen. Das Universitäre Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel (uniham-bb) arbeitet derzeit an einem entsprechenden Curriculum-Projekt für angehende Hausärzte. Ausserdem hat es eine weitere Ärztin engagiert, die sich explizit um die Belange der hausärztlichen Nachwuchsförderung kümmern wird.

Zur Sicherstellung einer neuen Generation von Hausärztinnen und Hausärzten reicht es nicht aus, die Anzahl der zugelassenen Medizinstudierenden allmählich zu erhöhen. Denn niemand weiss heute, wie viele der zukünftigen Staatsexamensabgänger sich schliesslich für eine Tätigkeit in der Grundversorgung entscheiden werden. Deswegen ist es fundamental, dass wir Hausärzte neben einer beharrlichen Präsenz im Studium (Ausbildung) die neue Generation von Hausärzten in der besonders vulnerablen Phase der Weiterbildung (Assistenzzeit zum Facharzt Allgemeine Innere Medizin) für unser Fach und eine spätere Tätigkeit in der Hausarztpraxis motivieren, begeistern und kompetent ausbilden. Hierfür unerlässlich ist die Aufgleisung und Organisation von Weiterbildungs- Curricula für angehende Hausärzte. Diese Curricula sollen ein effizientes Durchlaufen der Weiterbildungszeit ermöglichen, ohne grossen Zeitverlust zwischen zwei Weiterbildungsstellen und ohne dass grosse Wechsel des Arbeitsortes nötig sind. Entscheidend ist der Inhalt der Weiterbildung. Der mit Wissen und Können gepackte Rucksack soll erlauben, die breitgefächerten Herausforderungen der späteren Praxistätigkeit abzudecken. Eine Schlüsselrolle in der Weiterbildung zum Hausarzt kommt dabei der Absolvierung einer Praxisassistenz zu. Ausschliesslich während dieser 6 bis 12 Monate lernt der zukünftige Hausarzt das im Spital erlernte Wissen und Können für die spezifische hausärztliche Tätigkeit zu gewichten, zu vertiefen und zu festigen. Auch die vielfältigen Aspekte der Praxisführung können nur während der Praxisassistenz erlernt bzw. vermittelt werden. Zudem ermöglicht die Praxisassistenz das Zusammenführen von «alten» Hausärzten und der zukünftigen Generation von Grundversorgern, was hinsichtlich Erhaltung bzw. Übernahme von Hausarztpraxen äusserst erfolgsversprechend scheint. Die Nachfrage nach den von den Kantonen (BS und BL) mitfinanzierten Praxisassistenzen übersteigt aktuell deutlich das Angebot. Verschärft wird diese Situation auch durch die Tatsache, dass die Weiterbildungsordnung zur Erlangung des Facharztes Allgemeine Innere Medizin ab 2017 obligatorisch ein Weiterbildungsmodul «ambulante Medizin» fordert. Ein Ausbau des Angebotes an Praxisassistenzstellen ist deswegen zur Sicherung des hausärztlichen Nachwuchses unumgänglich. Die Etablierung eines reibungslos funktionierenden Curriculums für Hausarztmedizin, inklusive Rotationsstellen in den Spitälern und Erweiterung des Angebots an Praxisassistenzstellen, läuft auf Hochtouren. Federführend ist das Universitäre Zentrum für Hausarztmedizin beider Basel (uniham-bb). Es ist mir eine grosse Freude und Ehre, Frau Dr. med. Sabine Bichsel neu im uniham-bb-Team begrüssen zu können. Frau Dr. Sabine Bichsel arbeitet seit vielen Jahren als Hausärztin in Basel Stadt und bringt eine grosse Erfahrung in der Lehre (Studentenunterricht) und Weiterbildung (Praxisassistenzen) mit. Zudem war sie auch in der Medizinischen Gesellschaft Basel tätig. Sie wird sich um die weitverzweigten Aspekte der hausärztlichen Nachwuchsförderung kümmern.

Prof. Dr. med. Andreas Zeller

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