Die Fachwelt für Umwelt und Gesundheit trifft sich vom 19. bis 23. August 2013 unter dem Motto «Environment and Health – Bridging South, North, East and West» in Basel zum weltweit grössten Kongress in diesem Fachbereich.

«Was hat denn das Tropeninstitut mit Umwelt zu tun?» Diese Frage stellt man uns am Schweizer-
ischen Tropen- und Public Health Institut (Swiss TPH) oft! Das Swiss TPH setzt sich in Forschung, Lehre und Dienstleistung intensiv mit den weltweit wichtigsten Gesundheitsthemen auseinander, um durch wissensbasierte Prävention, Therapie, Gesundheitssystemorganisation und Politik die Gesundheit global zu verbessern.

Umwelt-Gesundheitsforschung ist ein wichtiges Standbein von Swiss TPH. Der Bericht zum Global Burden of Disease bestätigt, dass die Umwelt zu den wichtigsten Determinanten von Gesundheit und Krankheit gehört (1). Nach den ernährungsbedingten Risiken ist heute die Innen- und Aussen-luftverschmutzung der zweitwichtigste Risik ofaktor für verlorene Lebensjahre – gefolgt vom Rauchen. In vielen Ländern des Südens und des Ostens ist dieser Umweltfaktor sogar der «Top-Killer».


Weltweite Vernetzung

Durch die Integration des vormaligen ISPM (Institut für Sozial- und Präventivmedizin) ins damalige «Tropeli» wurden die Expertisen für globale Gesundheit seit 2010 im neuen Swiss TPH gebündelt. Die erfolgreiche Bewerbung um die Jahreskon ferenz dreier weltweit führender wissenschaftlicher Gesellschaften im Bereich Umwelt und Gesundheit bildet einen Höhepunkt in diesem Swiss-TPH-Schwerpunkt. Im August 2013 finden sich ISEE, ISES und ISIAQ (2) erstmals zu einer gemeinsamen Konferenz. Der Swiss-TPH-Tradition weltweiter Vernetzung verpflichtet, läuft die Konferenz unter dem Titel «Environment and Health – Bridging South, North, East and West».

Mit 2100 eingereichten Beiträgen zeichnet sich ein durchschlagender Erfolg ab. Falls sich die Forschenden den Kongressbesuch finanzieren können – eine Herausforderung angesichts von Frankenstärke und Krise –, wird der Anlass zum weltweit grössten Kongress in diesem Fachgebiet. Die Themenschwerpunkte reflektieren die Interessen der drei Gesellschaften und die global wichtigsten Umwelt-Gesundheits-Herausforderungen.

Wer an der Schnittstelle von Luftverschmutzung und Gesundheit forscht, wird im Sommer nach Basel reisen – ein Drittel aller Beiträge setzt sich damit auseinander. Auch dies verweist auf eine Schweizer Erfolgsgeschichte. Der Schweizerische Nationalfonds hat diese Forschung vor bald 25 Jahren mit dem Nationalen Forschungsprogramm 26A, Mensch-Gesundheit-Umwelt, initiiert.

Eine weltweit anerkannte Schweizer Luftverschmutzungs- Gesundheitsforschung, ergänzt durch wissenschaftsbasierte Risikoanalysen, haben die Festlegung und Umsetzung einer pro-aktiven Luftreinhaltepolitik unterstützt und motiviert. Die Luftqualität hat sich hierzulande nachhaltig verbessert. Grosse Forschungsprojekte wie SAPALDIA bei Erwachsenen und SCARPOL bei Kindern konnten die positiven Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Gesundheit belegen (3)(4).


Forschung mit Politik im Blick

Weitere Top-Themen sind die Gesundheit aus Sicht von Wasser- und Bodenverschmutzung (inklusive Pestizide), Lärm, elektromagnetischen Strahlen als auch von Kälte- und Hitzewellen. Viele Beiträge widmen sich der Bedeutung von Biomarkern, Epigenetik und Genomics sowie modernster Messtechnologien zur Erfassung von Umwelt und Gesundheit. Der Austausch in Basel soll Forschung und Politik auch in jenen Ländern beeinflussen, welche mit den grössten Umweltproblemen kämpfen. Die Ausgaben für die damit verbundenen Gesundheitsschäden sind um ein Vielfaches höher als die Kosten nachhaltiger Umweltpolitik.

Die vier Konferenztage beginnen jeweils mit einem Symposium, gefolgt von bis zu 13 parallelen Vorträgen und Diskus sionen. Die Vorkonferenz (19. August 2013) offeriert thematische postgraduierte Kurse.

Prof. Dr. med. et phil. Nino Künzli ist Vizedirektor des Schweizerischen Tropen- und Public Health Institutes (Swiss TPH) Basel. nino.kuenzli@unibas.ch

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