Was tun die kantonalen Ärztevereinigungen Medizinische Gesellschaft Basel
(MedGes) und Ärztegesellschaft Baselland (AeG BL) konkret für ihre Mitglieder? – eine Übersicht.

Wie die FMH auf schweizerischer Ebene, setzen sich die kantonalen Ärztegesellschaften auf kantonaler und regionaler Ebene für bestmögliche Rahmenbedingungen für die Berufsausübung ihrer Mitglieder ein. Gleichzeitig – und das unterscheidet sie wohl von Gewerkschaften, Gewerbeverbänden und ähnlichen Gruppierungen – setzen sich die Ärzteorganisationen auch im Interesse der Allgemeinheit, insbesondere der Patientinnen und Patienten, für eine optimale Organisation des kantonalen und regionalen Gesundheitswesens ein. In diesem Sinne haben sich AeG BL und MedGes – obwohl die überwiegende Mehrheit ihrer Mitglieder freipraktizierende Ärzte sind – gegen den Zulassungsstopp eingesetzt, welcher die etablierten Praxen zwar vor Konkurrenz schützen würde, aber im Gesamtinteresse des Gesundheitswesens
als negativ zu beurteilen ist.


Hauptaufgaben

Hauptaufgabe der Ärztegesellschaften bleibt aber, die Mitglieder in ihrem beruflichen Umfeld zu stärken und sie in der Ausübung ihres Berufes zu fördern und zu unterstützen. Der MedGes und AeG BL gehören zusammen um die 2000 Mitglieder an. Diese solide Basis gibt den Gesell-
schaften eine regionale Wichtigkeit im Gesundheitswesen, die von keinem gesundheitspolitischen «Keyplayer» übergangen werden kann. Bei sämtlichen Vernehmlassungen und Umfragen, die das Gesundheitswesen in der Region betreffen, werden die Ärztegesellschaften – als Ansprechpartner resp. Vertreter der Ärzteschaft ihres Kantons – zur Meinungsäusserung eingeladen. Die Ärzte-gesellschaften setzen sich ein für einen angemessenen Taxpunktwert in der Region. Sie verhandeln die Taxpunktwerte und suchen mit den Tarifpartnern nach Lösungen, die für die Mitglieder, aber auch für die Patientinnen und Patienten fair sind. Die Ärztegesellschaften organisieren Fortbildungen für ihre Mitglieder. Die Themen dieser Fortbildungen werden fächerübergreifend organisiert und ermöglichen den Mitgliedern einen Einblick in andere wissen-schaftliche und berufspolitische Themen. Auch rechtliche Fragen gehören zum Alltag der Gesellschaftssekretariate. Häufig werden Fragen aus dem Praxis- oder Spitalalltag gestellt (z.B. betr. Arbeitsrecht, Krankengeschichte, Praxisübernahme/- gründung etc.). Entsprechende Kurzberatungen erfolgen für die Mitglieder von AeG BL und MedGes kostenlos durch ihre juristischen Geschäftsführer.


Gremien und Grundlagen

Die Ärztegesellschaften stellen Gremien zur Verfügung, die bei Problemen der Patienten mit ihren Ärzten Hilfestellung bieten. So bemühen sich der Ombuds mann sowie der Tarif-Ombudsmann in BS resp. der Ombudsmann und die Blaue Kommission in BL, bei vielerlei Problemen zwischen Ärzten und Patienten zu schlichten. Um standesrechtliche Klagen kümmert sich in beiden Ärztegesellschaften der Ehrenrat. Durch die Besetzung dieser Stellen mit kompetenten Mitgliedern fühlen sich die Patientinnen und Patienten ernstgenommen. Dies ist nicht zuletzt ein wichtiges Element auch für die Imagepflege der Ärzteschaft. Die Ärztegesellschaften erarbeiten wesentliche Grundlagen für die Berufsausübung ihrer Mitglieder (z.B. Richtlinien für die Leistung des Notfalldienstes, Qualitätsrichtlinien, Qualitätsrichtlinien, div. Reglemente für die einzelnen Gremien etc.). Die Ärztegesellschaften setzen sich für ein gutes Image der Ärzteschaft ein. Die Kommunikation gegen aussen erfolgt vorwiegend über folgende Kanäle:

  •  «Synapse» (Politik und Publikum)
  •  Website
  •  Medienorientierungen
  •  Antworten auf Vernehmlassungen
  • Interviews Radio, TV, Zeitung
  • Kolumne «Der Arzt rät»

 

Die nicht minder wichtige Kommunikation gegen innen erfolgt über folgende Kanäle:

  •  «Synapse»
  • Mitgliederversammlungen und Delegiertenratssitzungen(Letzteres nur in BS)
  •  Website
  •  Newsletter
  • Gesellschaftsevents


Events und Kontakte

Die Ärztegesellschaften organisieren Events, bei denen sich die Mitglieder austauschen können. Einmal im Jahr findet der MedGes-Neujahrsapéro statt, aber auch bei den Mitglieder-
versammlungen oder Fortbildungen der Gesellschaften werden häufig Apéros offeriert. Die Ärztegesellschaften organisieren den Notfalldienst und setzen sich für zeitgemässe Lösungen ein. Sie reagieren, wenn sich die Situation für die Mitglieder verschlechtert, mit neuen Angeboten und Dienstleistungen (vgl. z.B. die Gründung der Hausärztlichen Notfallpraxen in beiden Kantonen). Die Ärztegesellschaften pflegen den regelmässigen Kontakt mit anderen wichtigen Playern im Gesundheitswesen.

So finden regelmässig förmliche und informelle Treffen mit Politikern, den Gesundheitsbehörden und anderen Organisationen des Gesundheitswesens (z.B. Spital-Verwaltungsräte, Apothekerverband BS etc.) statt. Die Ärzteschaft wird auf diese Weise deutlich wahrgenommen und zu den wichtigen Themen des regionalen Gesundheitswesens in der Regel gebührend angehört. Im Rahmen der stetigen Kontaktpflege ist auch die Bindegliedfunktion der beiden Ärztegesellschaften zur FMH, zu den Fachgruppen, zu Notfallorganisationen etc. zu erwähnen. Die  Ärztegesellschaften organisieren gemeinsam die berufsspezifische Ausbildungder Medizinischen Praxisassistentinnen (ÜK = Überbetriebliche Kurse). Dafür haben sie die HWS als Schule beauftragt. Diese Schule wird von uns regelmässig beaufsichtigt, um eine gute Ausbildungsqualität für die MPA-Auszubildenden zu gewährleisten.

Des Weiteren kümmern sich die Ärztegesellschaften via ihre Sekretariate natürlich auch um die ganze Administration, die sich für Vereine dieser Grösse
ergibt. Dazu gehören das Mitgliedschaftswesen, die Erstellung von Budget
und Rechnung, die Ansprechbarkeit via Telefon und die E-Mail-Kommunikation
für Mitglieder, Patienten, Behörden etc.

Dr. iur. Jennifer Langloh, Geschäftsführerin Medizinische Gesellschaft Basel
lic. iur. Friedrich Schwab, Geschäftsführer Ärztegesellschaft Baselland

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